Lucia Mattes

Lady Oscar (Pt. 3) bezieht sich auf den Anime Lady Oscar (dt. "Die Rosen von Versailles"), eine Serie, deren Handlung am französischen Königshof spielt.

Im Mittelpunkt steht Oscar, die von ihrem Vater - entgegen gesellschaftlicher Erwartungen - in der Rolle eines Jungen erzogen wird und eine Offizierslaufbahn einschlägt. Zwischen Pflicht, Identitätssuche und emotionalen Ambivalenzen bewegt sich ihre Beziehung zu André, ihrem Vertrauten seit Kindheitstagen, deren Nähe sich im Verlauf der Geschichte zu einer tiefen, aber tragischen Liebe verdichtet.

Die Arbeit zeigt Lady Oscar kniend über dem sterbenden André - eine Geste, gehalten zwischen Abschied und Hingabe.

Darunter öffnet sich ein schematisches Diagramm: Quadranten, Pfeile, Worte, die eine Art Orientierung versprechen, als ließe sich Gefühl ordnen oder Verlust in Strukturen überführen. Doch die Begriffe kreisen um etwas, das sich nicht stabilisieren lässt.

Zwischen der emotionalen Szene und der analytischen Form entsteht ein Raum, in dem der Wunsch nach Kontrolle auf seine eigenen Grenzen trifft.

Eine Liebesszene, die wie Daten gelesen werden kann - ein Gefühl, das im Versuch der Strukturierung seine Spannungen und Unschärfen bewahrt.

Bilder aus der "Vorweihnachtlichen Gruppenausstellung" 2025

Lucia Mattes

1996  in Heidelberg geboren

seit 2016 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. John Bock, Prof. Adrian Lohmüller, Prof. Johannes Esper

Einzelausstellungen 

2021       

CHAINERATION_Z           

Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt 

2019       

Seduction in Blue, White and Pink           

Kulturzentrum Tempel, Karlsruhe

2018 

Watching You Watching Me
Kalinowski-Raum, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe

2017 

Weiter aus und von hier... 

Kunstverein Fellbach (b. Stuttgart)

Ausgangspunkt der im Trockenfilzverfahren hergestellten Wandarbeiten bildet Lucia Mattes‘ Auseinandersetzung mit der neuen Sprach- und Bildwelt der Internet- und Jugendkultur. Internetphänomene wie Memes (Kombinationen aus Text- und Bild- oder Videobeiträgen), die sich viral unter Nutzerinnen und Nutzern verbreiten dienen als Anregung sowie Vorlage.

Konträr zu Thema und Abstammung des Motivs, welches der schnelllebigen Netzkultur entspringt steht die handwerklich aufwändige und langwierige Herstellungsweise.
Vorübergehende Hypes digitalen Ursprungs werden so aus ihrem zeitlichen Kontext herausgehoben, aufgewertet und physisch erfahrbar gemacht.

 

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